Prüfungsanfechtung im Bereich Eventmanagement


10. September 2021 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Prüfung

© F1Digitals – Pixabay

Unabhängig davon, ob Sie ein Eventmanagement-Studium als rein akademisches Studium mit Bachelor- und Masterabschluss favorisiert oder ob Sie sich für ein duales Studium mit gleichzeitiger praktischer Ausbildung entschieden haben: Immer ebnen erst die bestandenen Abschlussprüfungen den Weg für die angestrebte Karriere. Bei der großen Heterogenität der Prüfungsinhalte an den einzelnen Hochschulen und der unterschiedlichen Gewichtung, die die einzelnen Bundesländern in ihren Prüfungsplänen vornehmen, ist es nicht verwunderlich, dass viele Eventmanagement-Studenten in der Abschlussprüfung „kalt erwischt“ werden.

Eine schlechte, falsche oder im schlimmsten Fall unzureichende Benotung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das Ende Ihrer beruflichen Karriereplanung. Wann und unter welchen Vorrausetzungen sich eine Prüfungsanfechtung im Eventmanagement-Studium lohnen kann, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Verfahrensfehler: Widerspruch gegen unfaire Rahmenbedingungen

Grundsätzlich gesteht das deutsche Prüfungsrecht Prüflingen eine Reihe von Rechten zu, deren Nichtbeachtung zu einer Revision führen kann. Sie lassen sich, einfach formuliert, in große komplexe Verfahrensfehler und Überschreiten des Bewertungsspielraums unterteilen. Wichtig ist in beiden Fällen jedoch, dass zunächst innerhalb einer Frist von vier Wochen Widerspruch gegen das Prüfungsergebnis eingelegt wird.

Verfahrensfehler kommen im Eventmanagement-Studium vergleichsweise häufig vor, weil der Studiengang sehr modular aufgebaut ist und die Bewertung und Gewichtung des Fächerkanons von Hochschule zu Hochschule variiert. Zu den häufigsten Verfahrensfehlern zählen:

  • eine falsche Besetzung der Prüfungskommission,
  • eine unzulässige, von der Prüfungsordnung nicht gedeckte, Gewichtung einzelner Prüfungsinhalte,
  • eine zu kurze Vorbereitungszeit auf maßgebliche Prüfungsinhalte,
  • Beeinträchtigungen der Konzentration während der Prüfung, beispielsweise durch Baulärm, eine ausgefallene Heizung oder ähnliches.

Beachten Sie bitte, ein erfolgreicher Widerspruch gegen eine Prüfung aufgrund von Verfahrensfehlern, führt zu einer Neuansetzung der Prüfung. Eine bessere Bewertung kann mit diesem Instrument nicht erreicht werden.

Bewertungsfehler: Wenn der Beurteilungsspielraum überschritten wird

Ganz anders sieht es aus, wenn Sie einer Prüfung aufgrund von Bewertungsfehlern widersprechen. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt möglichst frühzeitig von einem fachkundigen, auf Prüfungsanfechtung spezialisierten Rechtanwalt beraten lassen. Dieser sollte sich nach Möglichkeit nicht nur mit den einschlägigen Gesetzen und Fristen im anschließenden Klageverfahren auskennen, sondern auch von der wissenschaftlichen Materie etwas verstehen. Dies erleichtert und beschleunigt die Auseinandersetzung. Zu den Beurteilungsfehlern gehören bevorzugt:

die Nichtbeachtung des sogenannten „Antwortspielraums“ des Prüflings. So darf eine Mindermeinung, die mit aussagekräftigen Argumenten logisch belegt wird, nicht als „falsch“ klassifiziert werden.

die Nichtanwendung vorgeschriebenen Rechts, beispielsweise Verstöße gegen den vorgegebenen Katalog der Prüfungsgegenstände,

die Annahme eines unrichtigen Sachverhalts, zum Beispiel das Überlesen einer Anmerkung des Prüflings, dass die direkt folgenden Ausführungen subjektiver, hypothetischer Natur sind,

die Verletzung allgemeingültiger Bewertungsmaßstäbe.

Warum ein spezialisierter Anwalt bei der Prüfungsanfechtung so wichtig ist

Wenn Sie der Auffassung sind, dass Ihre Prüfungsleistungen durch einen oder mehrere Beurteilungsfehler Ihres Prüfers insgesamt falsch bewertet worden sind, dann kann es sehr sinnvoll sein, zusammen mit einem spezialisierten Rechtsanwalt diese Beurteilungsfehler genau zu benennen und schriftlich zu fixieren. Dazu benötigen Sie, wie erwähnt, einen juristischen Beistand, der sich auch mit dem Wissenschaftsbetrieb der Unis und den besonderen Charakteristika Ihres Studiums auskennt. Ziel des anwaltlichen Schreibens ist es zunächst, – also im noch außergerichtlichen Verfahren – den bewertenden Prüfer um eine bessere Note zu ersuchen. Gegebenenfalls auch unter Hervorhebung der positiven Aspekte Ihrer Prüfungsleistung. Eine solche Eingabe setzt Professionalität und Erfahrung voraus.

Der konkrete Prüfer ist zunächst gehalten, eine Stellungnahme abzugeben. Diesen Weg sollten Sie zusammen mit Ihren Anwalt zunächst immer beschreiten. Führt der Versuch zu keinem positiven Ergebnis, bleibt nur der Klageweg, um eine Neubewertung zu erreichen oder einen neuen Prüfungsversuch zu bekommen.

Prüfungsanfechtung im Eventmanagement-Studium: Fristen und Erfolgsaussichten

Die Anfechtung Ihrer Prüfung ist ein gesetzlich garantiertes Recht und nicht selten die einzige Chance, eine faire Beurteilung oder einen guten Abschluss zu erhalten. Grundsätzlich dürfen die Erfolgsaussichten als gut bezeichnet werden – vorausgesetzt Sie haben, einen umsichtigen und erfahrenen Rechtsanwalt an Ihrer Seite, der sich auf dem Terrain der Prüfungsanfechtung bestens auskennt. Wichtig in jedem Fall: Sie haben nach Erhalt der Prüfungsergebnisse grundsätzlich nur vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Danach tendieren die Erfolgschancen rasant gegen den Nullpunkt. Einzige Ausnahme: Versäumt Ihr zuständiges Prüfungsamt die Rechtsmittelbelehrung oder ist diese fehlerhaft, dann erhöht sich Ihre Widerspruchsfrist auf ein Jahr. Dennoch sollten Sie immer zeitnah qualifizierte Anwaltskompetenz in Anspruch nehmen, um Ihre weitere berufliche Karriere nicht zu gefährden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und die Angaben ohne Gewähr erfolgen sowie die Artikel icht stets aktualisiert werden.

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